Nachdem sie corona-bedingt 16 Monate warten mussten, konnten vor kurzem 18Jugendliche aus den beiden Coburger Pfarreien St. Augustin und St. Marien sowie aus Rödental das Sakrament der Firmung empfangen. Dazu war Erzbischof Dr. Ludwig Schick nach Coburg gekommen und sagte angesichts des an diesem Tag strahlenden Sonnenscheins: „Dieser Sonnenschein ist auch ein Zeichen des Heiligen Geistes.“

Der Bamberger Oberhirte erinnerte die Jugendlichen an das erste Pfingstfest, als der Heilige Geist auf die Apostel, die Jünger Jesu, auf Frauen und Männer herabkam. Damals seien aus Ängstlichen Couragierte geworden, aus Ich-Menschen Wir-Menschen, die hinausgingen und die Frohe Botschaft zu allen Menschen brachten. „Und in der Nachfolge der Jünger schenkt er Euch heute den Heiligen Geist, den gleichen Geist, der damals in Jerusalem auf die Menschen herabkam“, so Schick.

In seiner Predigt machte der Bamberger Erzbischof deutlich, dass der Heilige Geist viele Titel habe: Geist des Mutes, des Friedens, der Liebe. „Sie sind alle wichtig“, so Schick, „aber der schönste Titel ist Beistand.“ 1958 sei er gefirmt worden, erzählte Schick den Jugendlichen. „In meinem Leben gab es Auf und Abs. Manchmal war ich der Kirche näher, manchmal ferner. Ich war voll des Glaubens, aber auch voll der Zweifel. Doch immer habe ich den Beistand in mir gespürt, der durch die Firmung in mir eingezogen ist.“

Jeder könne den Beistand spüren und fühlen: als Ermutigung, Energie, Kraft, Trost, Mutmacher. Erzbischof Ludwig: „Wenn das Leben schön und voller Freude ist, dann ist es ein Geschenk des Himmels. Und ich bin überzeugt, dass Gott uns das geben will, denn wir Menschen sind keine Zufallsprodukte, sondern Wunschkinder Gottes in der Welt. Er will, dass unser Leben gut und glücklich wird.“

Doch nicht immer sei unser Leben glücklich, nicht immer ein Ponyhof, so der Erzbischof weiter. Es könne auch ein dunkler Keller sein. Schick: „Das Leben wechselt und wird älter. Doch Gott will, dass unser Leben in allen Phasen gelingt. Deshalb hat er uns seinen Beistand geschenkt, den Heiligen Geist, der uns hilft zu leben, der hilft, dass unser Leben zufrieden und am Ende im Himmel vollendet wird. Dieser Beistand lenkt und leitet das Leben.“

Nach den Worten des Erzbischofsdränge sich der Heilige Geist nicht auf, „man muss sich beistehen lassen, man muss aufmerksam und achtsam für ihn sein.“ Doch wenn man ihn im Leben wirken lasse, „dann steht er uns bei, dann gelingt unser Leben“.

Nach dem Segensgebet traten die Firmbewerberinnen und -bewerber mit ihren Paten vor den Oberhirten, der ihnen das Sakrament der Firmung unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln spendete. So erfolgte die Salbung mit dem Chrisamöl mittels eines Wattebauschs.

Da beim Gottesdienst, bei dem die Familienangehörigen mit Mund- und Nasenschutz in den Bänken saßen, das gemeinsame Singen nicht möglich war, hatte eine Schola den Gesangspart übernommen. Für die musikalische Gestaltung sorgten Dekanatskirchenmusikerin Gabriele Hirsch an der Orgel und Laura Blümig auf dem Saxophon.